Sonntag, 19. Juni 2016

Von Käsestangen, Frauenrunden und ehrlichen Worten...

Die Madame ist eine leidenschaftliche Bloggerin und pflegt ihr Hobby ganz nach ihrem Gutdünken. Aber manchmal fragt sie sich auch, was man denn hier so alles erzählt und was man lieber nicht erwähnt. Oft sieht man dann halt nur die heile Welt, in der alles so schön aussieht. Die richtigen Worte zu finden, ist eine Gratwanderung, welche nicht ganz einfach ist. Ein Mittelweg wäre darum wohl optimal… Mal schauen, ob dies gelingt.

Also, nachdem die Madame seit ein paar Jahren, aufgrund eines Geburtsgebrechens, immer wieder mit einem offenen Bein zu kämpfen hat, muss sie schauen, dass der Schulschluss jeweils nicht mehr ganz so hektisch wird. In den letzten Schulwochen sind zwölf Stundentage und mehr einfach normal, aber sie tun der Gesundheit nicht immer gut. Da die Madame das Glück hat, noch wenig Schlaf zu brauchen, ist dies verheerend. Ein Mittel musste her, dass sie trotzdem irgendwann zur Ruhe kommt und abliegt. Die Lösung fand sie in Form von Lesen. Das ist etwas, wobei sie abschalten, eintauchen, lachen und weinen kann. Natürlich wird es mit dem Licht abschalten und Schlafen auch schwierig, aber sie liegt, gönnt dem Bein Ruhe und das ist die Hauptsache. Und somit kommt ihr nun zwischendurch in Genuss zu erfahren, welche Bücher gerade aktuell sind.

Das Glück der handgemachten Dinge, von Marina Boos, sprang die Madame einerseits wegen dem schönen Umschlag und andererseits wegen dem Thema an. Eine Frau, welche ein Risiko eingeht und den Traum vom eigenen Kreativ-Kaffee erfüllt. Unterhaltsam geschrieben und besonders cool ist, dass im Buch Rezepte und Bastelideen integriert sind. Leider ohne Bilder, aber es ist machbar die Ideen umzusetzen. Besonders die Käsestangen taten es der Madame an. In etwas abgeänderter Form, lässt die Madame euch nun an diesem Genuss teilhaben. Schon alleine diesen geschmeidigen Teig zu verarbeiten, macht mega Spass und die Stangen gehen weg, wie warme Semmeln. 
 
 
Man nehme 500 gr Ricotta, 250 gr kalte Butter und vermenge dies zusammen, anschliessend nach Gutdünken Salz, Pfeffer, Paprika, Curry  in die Masse geben. Die Madame kann da keine genauen Angaben machen, einfach die Masse probieren und gut ist. Anschliessend 300 gr Mehl dazu geben. Den Teig eine halbe Stunde ruhen lassen. Auf etwas Mehl ca. fünf bis sieben mm auswallen und in Streifen schneiden. Sie gehen noch schön auf. Die Stangen mit Ei (Die Madame nimmt meistens Eigelb und Eiweiss, weil sie keine Lust hat, etwas wegzuschmeissen)  bepinseln, dann salzen und anschliessend Käse oder Kräuter darauf geben.
Backen bei 200 Grad, bis die Stangen eine schöne Farbe haben. Geniessen muss man dieses Gebäck frisch. Wie lange es aufbewahrt werden kann, weiss die Madame nicht. 
 
Die Käsestangen hat die Madame bei einer Frauenrunde aufgestellt. Wenn eine Lehrperson die Schule verlässt, bekommt sie von ihren Kolleginnen (Also ein reiner Frauenbrauch) entweder eine Wundertüte oder man geniesst gemeinsam einen Frauenanlass. Hier hat die Madame bereits davon berichtet. Die Madame hat bei dieser Gelegenheit ihr geerbtes Geschirr aufgetischt. Sie hat davon so reichlich bekommen, dass noch eine viel grössere Gästeschar damit bewirtet werden könnte. Nebst dem gemeinsamen Zvieri, durfte die Kollegin noch fischen. Alle haben ihr eine gemeinsame Aktivität aufgeschrieben, welche sie in den kommenden Monaten gerne mit ihr machen würden. Die Freude war gross. Auch da steckt eine Geschichte dahinter, welche nicht hierher gehört, aber auch ein schön gedeckter Tisch und ein leckeres Zvieri, können nicht von der Tatsache ablenken, dass einige ein schweres Schicksal tragen müssen. Ändern kann man es nicht, aber man kann füreinander da sein und tragen helfen. 
 
Da die Madame heute sich der ehrlichen Worte bedient und nicht nur die hübschen Bilder sprechen lassen tut, verratet sie euch noch einmal etwas...
So wissen die Gäste und die Leserschaft auch nicht, dass die Madame oft erst kurz vor dem Eintrudeln der Gäste, sich noch schnell duscht und frisch anzieht. Das wird manchmal knapp. Alles schafft man halt eben nicht…
Herzlich, Madame Gaianna
 


Kommentare:

  1. Hinter jedem Blog steht ein Leben. Ich meine, es ist gut, auch mal die heile Welt - die es ja so gar nicht gibt - etwas aufzureissen. Das ist in meinen Augen mehr als immer hübsche Bildchen. Ich mag es, wenn es schön aussieht und gut läuft! Aber ich finde, das andere hat seine Berechtigung und seinen Platz.
    Danke
    Herzlichst
    yase

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  2. ja, alles schafft man nicht immer. das ist auch gut so. das Schuljahresende ist immer wieder aufs neue sehr herausfordernd, wenn man gesundheitlich noch zu kämpfen hat, umso mehr. Gerade deswegen freut es mich sehr, deine hübschen Bilder anzuschauen und deine Worte zu lesen. Dein Blog ist immer wieder eine Inspiration, deine Ehrlichkeit in diesem Post gehört ebenso dazu, wie die hübschen Bilder:-)
    Heitere Grüsse Britta

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  3. Liebe Anna,
    deine festlich gedeckte Tafel ist wunderschön. Die Girlande mit dem zarten Muster gefällt mir sehr. Ich hoffe, du kannst dich in den Ferien vom Schulstress ein wenig erholen.
    Liebe Grüße,
    Christine

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  4. Wie immer stilvoll, kreativ, perfekt, einfach unglaublich produktiv, und herzenslieb. Ich gebe es zu: Manchmal macht mich das Bloggschnuppern auch etwas unglücklich, denn bei mir ist die Realität eine ganz andere als sie mir in der Bloggerwelt begegnet. Ich kämpfe mit meiner Unordnungskultur, die sich magnetisch bei mir eingenistet hat, ich bringe meine Pläne nicht auf die Reihe, bin machmal ganz banal müde, krank, missmutig. Aber was solls, ich lebe ständig und blogge aber nur, wenns mir passt. Und das ist meistens in den Momenten, wo ich kreativ sein kann. Vielleicht ist es für manche Menschen hilfreich, das Gelingen von Dingen zu dokumentieren und ins Netz zu stellen. So funktionieren auch lösungsorientierte Ansätze. Und vielleicht ist es auch ganz legale Augenwischerei, dass dank den Bloggprogrammen mit einwenig Stilsicherheit alles noch schöner wirkt als es vielleicht ist.

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